Gerade in der heutigen und unfriedlichen Zeit gehöre ich zu den Menschen die beim Thema Militär und die damit allgemeine Wehrpflicht zwischen den Stühlen der allgemeinen Meinungen stehe.

Zum einen habe ich im Zeitraum vom 01.10.1988 bis zum 31.12.1989 zuerst die Grundausbildung in Hannover-Bothfeld durchlaufen und war dann in der Instandsetzung Gruppe der Nachschubkompanie 510 in Schleswig in der ehemaligen Kaserne auf der Freiheit an der Schlei eingesetzt.
Am meisten erinnere ich mich noch an die Übung Blauer Reiter. Der Grund dafür ist zum einen das man bei den Vorbereitungen anstelle der Mannstärke von 8 bis 10 Soldaten mit 18 Soldaten verplant hatte, was zur Folge das man uns dementsprechend mit zu vielen Aufgaben vorgesehen hatte. Zusätzlich waren wir auf einen Schweinezuchtbetrieb untergebracht wo wir keinen Schuss weder der gehaltenen Tiere abgeben durften und an den nächtlichen Vogel der mir auf der nächtlichen Kontrollgang doch schon sehr erschreckt hat nachdem er bei den ersten beiden Runden durch ein Knackgeräusch bemerkbar mach hat und bei der dritten Rund aus dem Baum gestartet ist. Auch die letzte Nacht der Übung war es besonderes, weil wir auf einen innerörtlichen Bauernhof untergekommen waren und uns dort anstelle der Scheune mit Untermieter auf der sauberen Siloplatte genächtigt haben.
Zusätzlich habe ich auch das Gefühl das viele Menschen die Einsätze von Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen im zivilen Rettungsdienst bis vor einigen Jahren, aber auch bei den zahlreichen Einsätzen bei oder nach Naturkatastrophen seit ihrer Wiedereinrichtung im Jahre 1956 um menschliches Leid zu reduzieren.
Zu meiner Zeit gab es zum Wehrdienst ja auch noch neben den Ersatzdienst auch Überzeugung als Unterstützungskraft im Altenheimen sowie in den Behindertenwerkstätten und den Umzug in das ehemalige Westberlin vor dem 16 Lebensjahr weitere Möglichkeiten den Wehrdienst zu umgehen. Hierzu gehörte eben das man sich für eine gewisse Zeit (ich weis nicht ob es 10 oder 15 Jahre waren) freiwillig bei der örtlichen freiwilligen Feuerwehren oder den Technischen Hilfswerk (THW) verpflichtete.
Sowas könnte man ja auch wieder parallel einführen für die Jugendlichen die kein vermeintlich Dienst an der Waffe wollen. Wäre sicherlich ein Überlegung wert bevor man die Leute kopfscheu macht, weil wir brauchen eben ein technisch modern und gut ausgestattet Armee mit ein guten Ausbildung in ausreichend Anzahl und eben auch wie früher die Wehrpflichtigen die im Bedarfsfall (der hoffentlich nie kommen wird) mit einer kurzen Nachschulung eingesetzt werden könnten.
Wir leben halt nicht mehr in der Zeit wo die Staaten sich mit worten gestritten und geeinigt haben wie in den 1990-Jahren sondern sehr schnell militärischen Maßnahmen greifen, wenn sie ihre gewünschten Ziele nicht mit Worten erreichen.
Anlass für diesen Beitrag war ein Sendung im Fernsehen über das Richmond Castle in England wo im Jahre 1916 im Verlauf des 1.Weltkriegs eine Kompanie von Wehrdienstverweigerer der britischen Armee zeitweilig untergebracht waren, die dort bis auf 16 Personen die dort dann inhaftiert wurden, dort eben in unterstützten Tätigkeiten machten. Zum Unglück der dortigen untergebrachten Personen diese später nach Frankreich und zum Kämpfen genötigt oder wegen der Straftat der Feigheit vor dem Feinde erschossen wurden.
In einer Zelle stand auch ein Spruch den ich mir erlaubt habe in die heutige Zeit zu holen ohne ihn inhaltlich zu verändern.
Er lautet:
„Man kann versuchen einen Boden mit Wasser zu trocknen, genauso kann man heute keine Kriege beenden wenn man immer kämpft“.
So mache ich mir jeden Tag so meine Gedanken über diese Thematik und über meine Zukunft.
Von uns vier Kumpels war nur einer im Militär. Zwei waren im Krankenhaus und ich beim THW Bergungsdienst. Wie Du schon schreibst, es waren andere Zeiten, und auch ich habe seit des Ukraine Krieges meine Meinung ändern müssen. Reden hilft nicht immer….
Bei vielen Konflikten sind leider die Streitparteien soweit auseinander, das man mit Worten nicht weiter kommt.
Die Sreitparteien wollen dannn immer nur ihre Sicht sehen und vergessen dabei das es Kampfhandlungen eben keinen Gewinner gibt, weil auf beiden Seiten Menschen stirben veletzt werden teilweise mit bleibenden Folgen oder wie im 2. Weltkrieg bis heute noch als vermisst gelten.
Hinzu kommen auch die wirtschaftlichen Schäden an Gebäuden und der Infrastuktur die dann wiede für viel Geld erneurt werden müssen.
LG Arne Wilhelm
Ich habe damals 20 Monate Zivildienst in einer Klinik gemacht – aus Überzeugung. Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat uns gezeigt, dass wir damals in einem Luxus lebten, den wir heute nicht mehr haben. Die perfekte Lösung habe ich aber auch nicht.
Wer hat die schon.
Wir bekommen es heute häufig ja noch nicht mal in kleinen hin Streitigkeiten friedlich und mit annehmbaren Kompromissen für beide Seiten zu lösen.
LG Arne Wilhelm